Genieße den Moment, lebe im Jetzt - Der Weg
zu wahrer Lebensfreude und innerer Stärke
Was ist es, das für die meisten
Menschen den Alltag grau und anstrengend werden lässt? Was
haben der typische Angestellte, der Manager, der Schüler
oder der Lehrer gemeinsam? Sie teilen alle meist dasselbe
Schicksal. Sie kämpfen auf verlorenem Posten gegen einen
der wohl größten Feinde unseres Körpers und Geistes.
STRESS.
Stress entsteht nicht immer nur aus zu
großen Aufgaben, sondern vielmals dadurch, dass man sich
stressen lässt. Sicher gibt es gewisse Herausforderungen, denen
wir im heutigen Alltag gegenüberstehen, doch ist es überwiegend
die Art und Weise wie wir damit umgehen, die entscheidet, ob
uns etwas kaputt oder stärker macht.
Der Kampf gegen die Zeit
Wir leben in einer Epoche, in der die
meisten mit mehr als genug Aufgaben und Verpflichtungen
überhäuft sind, während die Ansprüche, die Aufgabengebiete und
die Erwartungen größer geworden sind. Das liegt vor allem
daran, dass wir heute viel mehr Freiheiten haben, als es noch
vor 50 oder 100 Jahren der Fall war. Damals machte man sich
nicht viele Gedanken, ob man den linksdrehenden Joghurt oder
den waffenfähigen Dioxin-Joghurt mit 0% Fett aus dem
Supermarktregal auswählt. Man war froh mit dem, was man hatte.
Wenn man mehr wollte, arbeitete man mehr dafür als ständig nur
zu jammern, wie das heute oft der Fall ist.
Stress ist in gewisser Weise nichts anderes
als ein Kampf gegen die Zeit. Dieser Kampf spielt sich aber
nicht nur im Büro, im Haushalt oder in der Schule ab. Das am
heißesten umkämpfte Schlachtfeld dieses Krieges befindet sich
inmitten unseres Kopfes. Inmitten unseres Geistes.
Gibt es eine Sache, die wir erledigen
möchten bzw. die nach Erledigung schreit, so kreisen unsere
Gedanken allzu oft in den Gefilden der Zukunft umher. Man sieht
die Sache schon erledigt bzw. hofft, sie so bald wie möglich
erledigt zu haben. Und genau dieser Unterschied zwischen dem,
was ist, und dem, was werden soll, löst eine Anspannung in uns
aus, die sich auf mentaler und auf physischer Ebene
niederschlägt. Man fühlt sich unwohl, rastlos, gedrängt,
unvollkommen und gefangen.
Der Schlüssel, der den Ausweg öffnet, ist
ein aktives Erleben der Gegenwart. Ein bewusstes Sein im
jetzigen Moment.
Das Leben in Vergangenheit und Zukunft
Wie im Beispiel des Kampfes gegen die Zeit
aufgezeigt, befinden wir uns in Gedanken viel zu oft in der
Zukunft. Das löst oft ein unbewusstes Empfinden von
Unvollkommenheit aus, die sich nicht gut anfühlt. Das liegt auf
der Hand.
Traurig aber wahr - die Gedanken der meisten
beziehen sich mehr oder weniger nur auf die Vergangenheit und
die Zukunft. Es wird sich der Kopf darüber zerbrochen, was man
morgen früh aufs Brot schmiert, was der Chef morgen von unserer
Projektvorstellung hält, was man später im Fernsehen anschaut,
ob sich der Bruder mal wieder meldet, warum dieser Arsch einem
gestern die Vorfahrt geschnitten hat oder warum man so blöd war
und die Bäckersfrau wieder nicht gefragt hat, ob sie mit einem
ausgeht.
Die Gedanken kreisen üblicherweise überall,
nur nicht in der Gegenwart. Man hofft immer auf etwas Besseres
oder trauert der Vergangenheit nach. „Früher war alles besser“
ist einer dieser Klassiker. Dabei vergisst man ganz, wo man
eigentlich lebt. Man lebt im Hier und Jetzt. Genau JETZT. Nicht
vor 10 Minuten oder 5 Sekunden. Nicht übermorgen oder in 3
Jahren. Man lebt jetzt, man erlebt die Gegenwart.
Wo ist die Relevanz und was macht das für
ein Unterschied, magst du dich jetzt fragen. Frage dich doch
einfach mal selbst: Wie oft in deinem Leben hast du dich schon
vor Dingen gefürchtet, die gar nicht eingetroffen sind und wie
viele Minuten hast du damit verschwendet, vergangenen Chancen
nachzutrauern? Ich verwette das Kind meines Nachbarn darauf,
dass diese Bilanz allein schon traurig ist, ohne dass wir all
die ruinierten Erlebnisse mit in unsere Rechnung einbeziehen,
die du dir mit Schwarzmalerei oder Rumgeheule wegen deiner
verkorksten Vergangenheit vermiest hast.
Das Leben wird in jedem Augenblick neu
geboren, genau so wie du. Deine Macke ist es leider, dich durch
deine Vergangenheit bestimmen zu lassen, wodurch du dazu
verdammt wirst, sie immer und immer wieder zu erleben.
In der heutigen Zeit gibt es verdammt viele
Gründe, Angst und Sorgen vor sich her zu schieben, wie einen
fetten Bauch des Verderbens. Mögliche Kriege, die
Wirtschaftslage, der unsichere Euro, Terrorismus, die hohen
Benzinpreise, das marode Bildungssystem, der stetige Anstieg
des Pensionsalters und nicht zuletzt die Möglichkeit, dass du
niemals Rente beziehen wirst, weil die Kassen entweder pleite
sind oder das Klima uns alle zu Grunde gerichtet hat. Wohin man
blickt, die Zukunft ist schwarz. Fast so mies, wie deine
Vergangenheit voller verpasster Chancen, voller Bedauern,
Selbstmitleid und Elend.
Deine einzige Möglichkeit, noch Frieden zu
finden, ist dich dem Moment zu öffnen und zu genießen, was du
kannst und dann wirst du sehen, wie sich dein Leben wie eine
Blüte entfaltet. Jetzt klinge ich total schwul.
Frag dich einfach, woher du dein
prophetisches Wissen über deine Zukunft nimmst? Wenn man dich
fragt, stehen alle schlechten Ereignisse schon fest und warten
nur darauf, dir aus einem Versteck in die Eier zu treten, wenn
du arglos um eine Ecke läufst.
Und bedenke: Das Gesetz der Anziehung bietet
dir jede Möglichkeit, deine Zukunft FREI und SELBSTBESTIMMT zu
gestalten. Du bist selbst Schuld, und in ehrlicheren Zeiten
hätte man dich einen Trottel genannt, wenn du dir ein
Schlamassel nach dem anderen ins Leben holst, indem du ständig
in einer negativen Zukunft herumsurfst wie in einem Onlineshop
und mal hier, mal da Katastrophen in den Einkaufswagen
schaufelst, über die du dich dann auch noch beschwerst, nachdem
du an der Kasse mit deinen Nerven bezahlt hast.
Leben im Jetzt, Leben in der Gegenwart,
bewusst leben
Was ist nun dieses berüchtigte „Leben im
Jetzt“ und was bringt es mir? Als allererstes bringt es dir mal
ein riesiges Stück an Ausgeglichenheit und Freiheit zurück,
welches jedem Menschen zusteht. Es stärkt deine Konzentration,
Intuition und, da es Stress abbaut, eigentlich deinen gesamten
Körper und Geist.
Wenn du etwas tust, dann konzentriere dich
auf das, was du tust, und nicht auf irgendetwas anderes. Sei es
etwas Banales wie Zähne putzen oder essen. Wenn du es machst,
dann mache es bewusst. Konzentriere dich auf das, was du gerade
tust, nicht auf das, was in der Vergangenheit ruht oder in der
Zukunft kommen mag.
„Wenn du gehst, dann gehe, wenn du stehst,
dann stehe, wenn du liegst, dann liege. Geh nicht, wenn du
eigentlich stehst, steh nicht, wenn du eigentlich
liegst, liege nicht, während du eigentlich gehst.“
Das Jetzt ist alles, was du hast. Die
Vergangenheit ist vorbei. Die Zukunft ist auch nur ein späteres
Jetzt. Du wirst nie in der Zukunft leben. Es ist immer nur der
Moment, kein Später, kein Dann, kein Früher und so weiter.
Die Trennung zwischen dem Verstand und dem
eigentlichen Sein
Will man Begriffe wie „Gegenwärtigkeit“ oder
„im Jetzt sein“ erklären, ist es verdammt wichtig, einen
neuen Blickwinkel darauf zu schaffen, was wir wirklich sind.
Ich will in diese Materie jetzt nicht so tief eindringen wie in
meine weiblichen Fans, weil das hier keine
Philosophie-Enzyklopädie ist, aber ich möchte dir einen
wichtigen Denkanstoß verpassen – so fest, dass es schmerzt:
Wir sind nicht unser Verstand. Unser
Verstand ist lediglich ein überaus hilfreiches Werkzeug,
welches wir kontrollieren können.
Diese Aussage beinhaltet gleich
mehrere interessante Aspekte.
-
Der Verstand ist losgelöst von meinem Selbst
-
Der Verstand ist einsetzbar zu Erreichung meiner
Ziele
-
Der Verstand wird von mir kontrolliert (und nicht
andersherum).
Wer bist du also, wenn du nicht deine
Gedanken bist? Du bist das Bewusstsein, das deine Gedanken
wahrnimmt. Du bist das Bewusstsein, das deine Gefühle
wahrnimmt. Du bist das Gefäß, in welchem deine Gedanken und
Gefühle sich tummeln wie kleine süße Fische. Blöd nur, dass die
Natur deiner Gedanken turbulent ist und du heillos verloren
bist im Sturm der Vergangenheit und Zukunft.
Deine Gedanken erzeugen deine Gefühle. Guten
Gedanken folgen gute Gefühle, unangenehmen Gedanken
unangenehme. Unangenehmen Gefühlen folgen unangenehme Gedanken.
Angenehmen jedoch angenehme.
Da dein Gehirn höchst assoziativ ist und du
ständig unter einer Gedankenflut zu ertrinken drohst, siehst
du, wie wichtig es ist, den Frieden und die Entspannung
jenseits dieses Wirbels zu finden.
Nenne es deine Mitte oder dein wahres Wesen, Hauptsache du
findest es eines Tages.
Deine Emotionen sind Reaktionen auf
Erlebnisse, dein Verstand ist ein Werkzeug zur Planung und
Verarbeitung von Erlebnissen. Aber DU bist das kontrollierende
Bewusstsein, das diese beiden Dinge wahrnimmt.
Es geht nicht darum Vergangenheit und
Zukunft zu vergessen
Natürlich ist der Sinn und Zweck nicht, die
Vergangenheit zu verdrängen und nur noch in den Tag
hineinzuleben und all seine Ambitionen beiseite zu legen.
Die meisten Menschen definieren sich aber
durch das, was sie in der Vergangenheit waren oder getan haben.
Sie denken, dies wäre ihr Schicksal und so werde es auch fortan
weitergehen. Wenn du nicht in irgendeiner Weise an dieser
Aussage zweifeln würdest, wärst du sicher nicht auf dieser
Seite hier gelandet und ich kann dir sagen, du hast Recht.
Dinge können sich ändern – vor allem wenn man den Willen für
diese Veränderung aufbringt. Wenn du also irgendwas vermasselt
hast, dann bringt es nichts, ständig darüber nachzudenken, denn
wie im Gesetz der Anziehung bereits beschrieben, ist es
sinnvoller das Gelingen der Dinge zu sehen und zu fühlen,
anstatt sich in vergangener Inkompetenz zu wälzen. Was aber
etwas bringt, und es bringt wirklich viel, ist, sich darüber
klar zu werden, was man falsch gemacht hat und was man beim
nächsten Mal besser machen kann. Damit hat es sich dann aber
auch. Ich muss mir das nicht hundert Mal neu überlegen.
So ähnlich verhält es sich mit der Zukunft.
Ein weiser Mann hat einmal gesagt: „Machst du dir eine
Mikrowellenpizza, gelangst du durch die Aneinanderreihung des
Jetzt an den Punkt, an dem die Mikrowelle klingelt. Also
stress' nicht rum.“
Das soll heißen, dass du dich nicht immer
und immer wieder im „Stress“ verlieren sollst, wenn du auf
gewisse Dinge warten musst. Dein Geist ist schon in der Zukunft
wo dein Essen bereitet ist. Aber das befriedigt ihn nicht. Es
ist ja dadurch noch nicht real. Dieses ungeduldige Gewarte
fühlt sich nicht gut an. Nimm also den Moment und sei bewusst.
Lebe im Jetzt. Hol den Verstand zu dir zurück. Zu dir in den
Moment, in welchem du dich gerade befindest. Du wirst sehen,
dass das bewusste Sein allem, was du tust, mehr Qualität gibt.
Auch schnödes Warten kann so zu einem Erlebnis werden. Das mag
sicher sehr abstrakt sein, doch eigentlich ist es ganz simpel.
Entspann dich und hör auf, dein Leben vorwärts zu spulen. Du
lebst dein Leben sonst in Gedanken, du lebst es theoretisch,
denn richtig LEBEN und BEWUSST ERFAHREN tust du es nicht. Du
denkst nur darüber nach, anstatt zu handeln, zu fühlen, zu
erleben.
Nimm an, du hast 5 Minuten Pause. Du bist
endlich befreit von was auch immer dich in Ketten legt – für 5
Minuten. Also entspanne dich und genieße den Moment. Wenn du
dann daran denkst, dass du in 4 Minuten schon wieder
weitermachen musst, ruinierst du dir die ganze Pause. Das
größte Glück ist oft in den kleinsten Momenten verpackt
Nehmen wir uns nun das ewige Grübeln über
die Zukunft zur Brust. Sicher ist es keine grundsätzlich
falsche Sache, über das, was kommen mag, nachzudenken. Wenn du
dir über deine Ziele klar werden willst, musst du den Blick
klarerweise nach vorne richten. Aber es schließt sich nicht
aus, Ambitionen zu haben und im JETZT zu leben. Du kannst
natürlich planen, aber hör auf ständig über deinen Plan
nachzudenken. Mach was, anstatt nur drüber zu theoretisieren.
Denk über eine Sache nach, wenn sie ansteht. Nicht Jahre davor.
Plane es und dann MACHE es. Zerbrich dir nicht ständig den
Kopf, denn die Faktenlage wird sich in der Zukunft noch viel zu
oft ändern, als dass du jetzt schon einen fixen Plan für das
nächste Jahr machen könntest. Du kannst wissen, wohin du
willst, aber der Weg muss immer im JETZT Schritt für Schritt
gegangen werden.
Dein Verstand ist das ideale Werkzeug, um
Pläne zu schmieden. Das Problem der meisten Menschen ist halt,
dass sie dann ständig den Plan im Kopf durchgehen, anstatt ihn
zu leben. Jeder Plan basiert auf verschiedenen Schritten. Und
diese hast du im JETZT zu absolvieren. Also mach das!
Praktische Anwendung
Es gibt einige Tricks, wie man seine
Gegenwärtigkeit schärfen kann. Zum einen wäre das, seine
Aufmerksamkeit auf seinen Körper zu lenken. Sei dir deines
Körpers bewusst. Fühle das Energiefeld deines Körpers. Wir alle
besitzen einen Körper, doch sich dessen auch aktiv bewusst zu
sein, ist eine ganz andere Sache. Wenn du dir des Gefühls
bewusst wirst, wie dein Hintern auf dem Stuhl sitzt oder deine
Kleidung an deinem Körper hängt, dann verankert dich das mit
deinem Geist in der Gegenwart. Spüre deinen Körper, spüre seine
Entspannung. Spüre den FLOW.
Eine andere Methode ist es, bewusst auf
deine Atmung zu achten. Atme ein und aus und halte einen Teil
deiner Aufmerksamkeit darauf gerichtet. Die Atmung ist immer
gegenwärtig. Du atmest niemals in der Zukunft oder in der
Vergangenheit. Die Atmung ist nichts anderes als ein integraler
Bestandteil des gegenwärtigen Momentes und indem du dich darauf
konzentrierst, bündelst du einen Teil deiner Gedankenwelt im
Hier und Jetzt.
Beobachte deine Gedanken und Gefühle.
Beobachte das vielfältige Kaleidoskop deiner inneren Welt und
sieh ihr dabei zu, wie sie sich binnen Sekunden verändert. Sieh
dem ständigen Wandel deiner Gedanken und Stimmungen zu. Hör das
Affengeschnatter in deinem Kopf, spüre deine Emotionen. Sieh
zu, wie verschiedene Gedanken Gefühle hervorrufen. Erkenne den
Wandel in deinem Inneren, aber verliere dich nicht darin,
sondern identifiziere dich mit dem Bewusstsein, das beobachtet.
Daraus entsteht der FLOW (siehe "Das
FLOW-Prinzip" )
Gehe hinaus in die Natur, fühle den Regen
auf deiner Haut oder die Sonne, die dir auf den Wanst scheint.
Lass den Wind durch deine Haare streifen, atme den Duft des
frisch gemähten Grases ein. Inhaliere den Duft, wenn warmer
Regen auf staubigen Asphalt fällt.
Vor allem anderen gilt die Devise: Wenn ich
es eilig habe, mach ich langsam. Sieh dir die Welt an, wie sie
ist. Wann hast du zuletzt die Sterne beobachtet und dich als
Teil eines gewaltigen Ganzen gefühlt?
Wann hat dir das Essen zum letzten Mal RICHTIG geschmeckt?
Beginne den Moment zu erforschen, denn
überall wo du hinschaust, gibt es etwas zu sehen. Entdecke
es!
Copyright: Text: Alexander
Heinz, Tobias Weddinger
Foto: Justin Gaurav
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