Erkenne dich selbst: Die zwei
grundverschiedenen Wege der Persönlichkeitsentwicklung
Erkenne dich selbst und du
erlangst Attraktivität, Autorität, Selbstvertrauen, innere
Ruhe und Sexappeal jenseits deiner eigenen
Vorstellungskraft und das will etwas heißen - immerhin
gehörst du doch zu jenen, die sich beständig vorstellen,
was sie alles hätten sagen oder tun oder was sie alles
hätten erreichen können, wenn sie nur selbstbewusster,
schöner, redegewandter oder sozialer gewesen wären.
Was also sind deine Träume? Was wünschst du
dir am meisten? Hörst du es?
Was?
Na, hör' halt genauer hin: das Klopfen an
der Türe.
Geh hin und öffne deinen Träumen die Pforte
in dein Leben.
Das war doch gut, nicht wahr? Nicht, dass
ich deine Bestätigung bräuchte, ich versuche nur, höflich zu
sein.
Ich werde dir jetzt etwas erzählen:
Immer, wenn man in Betracht zieht, einen
Text zu verfassen, den andere Menschen lesen sollen, steht man
vor einem gewaltigen Problem. Einem Problem, das einem Berg
gleich hoch in den Himmel ragt und seinen Ehrfurcht gebietenden
Schatten der Herausforderung auf jeden wirft, der an seinem
Fuße steht und mit dem Gedanken spielt, ihn zu erklimmen.
Das Problem nennt sich AIDA - Attention,
Interest, Desire, Action. Aufmerksamkeit, Interesse, Verlangen,
Aktion. Diese heilige Formel des Marketings gebietet mir, deine
geheimsten Wünsche anzusprechen, ganz wie ein Musiker, der
seine Gitarre sanft zum Klingen bringt. Dann muss ich dein
Interesse wecken, indem ich dich mit einem spannenden Inhalt
fessle. Dieser Inhalt soll dich mit dem brennenden Verlangen
füllen, meine Produkte zu kaufen und schlussendlich sollen dir
meine auf dich abgestimmten Worte den Kauf meiner Ware
aufzwingen, weil du denkst, ohne könntest du dich nicht weiter
entwickeln.
Manchmal stimmt das, manchmal nicht.
Glücklicherweise steht das hier gar nicht zur Debatte.
Gegenstand meiner Überlegungen ist viel mehr, dass ich, wollte
ich meinem Naturell entsprechen, eine ganz andere Einleitung
gewählt hätte.
Persönlichkeitstypen
Ich hätte nur geschrieben: Stark sein kann
nur, wer sich selbst kennt. Und im Anschluss an diese erhabene
Schlichtheit wäre dann der beabsichtige Inhalt dieses Textes
gefolgt. Schnörkellos und simpel. Ohne Geplänkel, ohne
Vorspiel, ohne Psychomasche.
Aber das hätte nicht so gut funktioniert.
Man muss eben wissen, welchen Köder man auswerfen muss, um
Karpfen zu angeln. Und dass mir das meisterhaft gelungen ist,
sieht man doch daran, wie du zappelst und dich danach sehnst,
mehr über diese Macht zu erfahren, die es dir ermöglicht,
andere Menschen in deinen Bann zu ziehen.
Selbstverständlich gibt es auch noch die
andere Gattung Mensch, welche sich von meiner Offenbarung ein
wenig angewidert abwendet und die verschwendete Zeit bedauert.
Diese Gattung wäre auf die schlichte Eleganz meiner
alternativen Einleitung abgefahren und hätte sich darüber
erfreut gezeigt, dass an diesem Ort kein Marktschreiertum
herrscht.
Glücklicherweise bin ich in der Lage, auf
beiden Hochzeiten gleichzeitig zu tanzen und am Ende wird jeder
bekommen, wonach sein Herz dürstet. Oder auch sein Verstand.
Vielleicht auch seine Geschlechtsorgane. „Suum cuique“, sage
ich da nur. Jedem das Seine.
Der homo sapiens spaltet sich also in zwei
grundverschiedene Unterarten auf, welche ihrer Neigung
entsprechend unterschiedlichen Pfaden folgen müssen, um zu
ihren Zielen zu gelangen. Traurige Tatsache ist jedoch, dass
kaum einer sich gut genug kennt, um die eigene Einordnung zu
vollziehen. Wo gehörst du hin?
Hier schließt sich der Kreis, denn es gibt
nur eines, was dir dabei hilft: Selbsterkenntnis.
Gnothi
sautón. Erkenne dich selbst.
Hast du gerne viele Menschen um dich,
interessieren dich Trends, Mode, wilde Parties oder hasst du
es, dich Regeln und Konventionen zu unterwerfen, dich in
soziale Gefüge einzupassen und mit jedem auskommen zu
müssen?
Gehst du lieber Kompromisse ein und hast
viele Freunde oder bestehst du darauf, dass es entweder so
läuft, wie du es willst oder gar nicht?
Liebst du den Trubel und die Menschenmasse
oder ziehst du es vor, deine Ruhe zu haben?
Bist du gerne allein ohne einsam zu sein oder fühlst du dich
schon verlassen, wenn sich deine Kumpels umdrehen?
Du musst einsehen lernen, dass jeder Mensch
seine eigenen Wünsche, Ziele und Träume hat. Jeder Mensch sehnt
sich danach, so leben zu können, wie es ihm gefällt.
Paradoxerweise leben wir in einer Gesellschaft, wo wir uns
ziemlich frei bewegen können und trotzdem sind die wenigsten
richtig glücklich. Für mich ist das kein Wunder, denn wer weiß
schon, was er wirklich will?
Um voran zu kommen und mit sich im Reinen zu
sein, muss man zu allererst wissen, wer und wie man eigentlich
ist und – noch wichtiger – was man WIRKLICH WILL.
Geh in dich und fühle, welche Art
Persönlichkeit dir eher entspricht. Mich interessieren keine
Fakten. Es geht rein um das Gefühl. Welche Lebensart entlockt
dir ein Lächeln?
Es ist nicht schön, gegen die eigene Neigung
zu leben. Zu Rechtshändern umerzogene Linkshänder wissen das.
Nicht geoutete Schwule wissen das. Ich weiß das.
Leben gegen die Neigung – Beispiel: Der
Einzelgänger versucht sich als Diplomat
Die Ursprünge meiner Geschichte gehen weit
zurück, weit hinein in die Gefilde der Erinnerung. Zurück in
die Grundschule. Damals, als ich acht Jahre alt war, war die
Welt noch in Ordnung. Alles war besser, sogar die Zukunft. Das
war natürlich nicht wirklich so und das war mir auch
herzlichst scheißegal – das selbe grausame Schicksal teilten
auch Dinge wie Selbstreflektion und Zweifel.
Ich will damit nicht sagen, dass ich ein
perfektes Kind war und viele Charakterzüge von damals sind
verabscheuungswürdig und ich würde sie nicht wieder annehmen,
selbst wenn man mir damit drohen würde, mich eine große Stiege
hinabzustoßen. Aber ein paar Dinge gefielen mir damals wie
heute. Ich war egoistisch, selbstorientiert, aber trotzdem gut
zu Menschen, die ich mochte. Mit diesen Menschen kam ich gut zu
Gange und war durchaus kompromissbereit und liebenswürdig. Ja,
wen ich mochte, den behandelte ich so gut wie mich selbst.
Doch das Ende dieses goldenen Zeitalters
dämmerte im Glockengeläut der Pubertät herauf und ich verlor
mich in einem fürchterlichen Durcheinander neu aufwallender
Triebe und Herausforderungen, die ich mir als junges,
abgebrühtes Kind niemals hätte träumen lassen. Ich wechselte
auf das Gymnasium und – so denke ich im Nachhinein darüber,
wenngleich ich es damals nicht so differenziert erlebt habe –
erlebte eine ganz neue Art des Denkens. Ich begann mit zwölf
oder dreizehn Jahren plötzlich damit, über mich selbst
nachzudenken. Ich verwendete das Instrument, welches von
Biologen so hoch gelobt wird und uns angeblich von den meisten
Tiergattungen unterscheidet: Ich verwendete meinen Verstand zum
abstrakten Denken. Ich trat ein in die lange Reihe von Denkern,
die sich selbst mit der Gabe der Vernunft auseinander nehmen,
die einzelnen Teile analysieren und sich schlussendlich wieder
zusammensetzen. Hoffentlich richtig. Hoffentlich besser.
Da war ich also. 13 Jahre alt. Ich hatte
meine Kumpels. War sehr zufrieden mit mir selbst. Doch eines
Tages machte es in meiner Schaltzentrale KLICK und ich sah mich
von außen. Nicht wie auf Drogen. Sondern intellektuell. Ich
begriff mich selbst als Teil eines Verbundes von Menschen.
Genauer gesagt, einer Schulklasse. Das war ein großer
emotionaler Unterschied zu meinem Dasein in der Grundschule,
die ich als Zeitvertreib in einem Raum, zusammen mit einer
Person namens Lehrer und einigen weiblichen und männlichen
Kumpels interpretierte. Ich war da. Ein paar Menschen, die ich
mochte, waren da. Ein paar Arschgeigen. Und ein Lehrer.
Manchmal gehörte er zur ersten, manchmal zur zweiten Kategorie.
Das Leben war einfach gegliedert.
Mit dem neu erwachten Verständnis für
Gemeinschaft fiel mir ziemlich bald auf, dass ich mit dem
Großteil der Klasse keine diplomatischen Beziehungen
unterhielt. Auf gut Deutsch gesagt, er interessierte mich
nicht. Die Gnade des Intellekts stürzte mich dann in ziemliche
Schwierigkeiten, denn ich begann wie automatisch nach den
Gründen zu fragen. Und natürlich fand ich den Grund bei mir
selbst.
Ich betrachtete jene, die aalglatt durch die
sozialen Netze schlüpften, gruppenweise Mädchen um sich
scharten, cool waren, angesagt waren, kurz gesagt so richtig
gut ankamen. Und dann sezierte ich mich selbst mit meinem
Verstand und kam zur Erkenntnis: Ich bin zu hässlich, ich bin
zu schüchtern, ich bin nicht lustig genug, nicht interessant
genug, ich verkaufe mich zu schlecht, ich bin zu schlicht, ich
bin einfach nicht gut genug.
Sonst wäre ich doch auch der gefeierte
Mittelpunkt, oder nicht? Nach einiger Zeit des Selbstzweifels
und eines darauf folgenden Entschlusses, mir selbst in den
Arsch zu treten, fing ich an, die Erfolgstypen zu kopieren.
Nicht billig. Nicht, dass ich mich anzog wie sie. Ich war ja
intelligent. Ich übertrug ihr Verhalten auf eine abstrakte
Ebene und war fähig, gewisse erfolgversprechende Eigenschaften
zu übernehmen. Der Erfolg stellte sich rasch ein, denn soziale
Kompetenz ist leicht erlernbar. Sie basiert auf sehr einfachen
Mechanismen. Man muss diese einfache Formel nur anwenden. Dazu
mehr in einem eigenen Artikel. Hier geht es um eine andere
Sache.
Bei aller sozialer Akzeptanz, die mir
plötzlich entgegenbrandete, fehlte mir eine Sache: Die
Erhabenheit meiner Kindheit. Als ich einfach ich selbst gewesen
war. Das war nun vorbei. Jetzt zählte nur noch, den Leuten zu
gefallen. Und ich gefiel. Den meisten. Aber mir nicht.
Selbstverständlich war ich verwirrt. Ich war
am Ziel angelangt. Aber nicht zufrieden. Ich will diese
Geschichte nicht weiter strecken, als eine Jungfrau auf der
Folterbank der Inquisition: Ich erkannte Jahre später, dass ich
wenig Freude daraus ziehe, viele Freunde zu haben und bei allen
gut anzukommen. Ich sehe Menschen als Kunstwerke. Aber nicht
jede Kunstrichtung gefällt mir. Und wer mir nicht gefällt, der
wird nicht weiter beachtet.
Ich lebe nach zwei
Regeln:
-
Ich mache, was mir gefällt.
-
Was andere denken, interessiert mich einen
Scheißdreck.
Je mehr ich mein Leben diesen 2 simplen
Regeln unterwarf, desto weniger scherte ich mich um
Konventionen, Normen und Regeln. Ich begriff mich fortan als
Monument, als Konstante in einer Welt der Variablen. Ich
verzweifle gerade an der Unzulänglichkeit meiner Worte. Die
Beschreibung meines Zustandes ist nicht viel mehr als ein müder
Abklatsch, in seiner Bedeutung etwa einem Spermium gleich,
welches neben einem voll ausgereiften Menschen steht und im
Angesicht der Herrlichkeit dessen, was es sein könnte, vor
Ehrfurcht zittert.
Ich fühle mich unantastbar, großartig,
legendär. Ich lebe mein Leben zu einem epischen Soundtrack, der
jeden meiner Schritte untermalt, der jedes Wort und jede Geste
mit dem nötigen Gewicht versieht. In meinen Augen bin ich das
Großartigste, was die Schöpfung jemals hervorgebracht hat.
In meiner Anfangszeit, als ich noch jung und
wild und unerfahren war, da ging ich dem Irrtum auf den Leim,
dass jeder Mensch das Bedürfnis hat, einst zu dem zu werden,
was ich bin.
Dass es jedoch ganz unterschiedliche
Persönlichkeiten gibt, kam mir damals nicht annähernd in den
Sinn. Doch sie existieren. Es gibt sogar Menschen, die es
lieben, sich in die Verflechtungen der Diplomatie, des
Miteinanders, der großen Weltgemeinschaft zu stürzen.
Diese Menschen haben eine sehr ausgeprägte
soziale Ader und ein Vertreter dieser Gattung, deren Entdeckung
mich damals in großes Erstaunen versetzt hat, gibt den
Hauptakteur in der nachfolgenden Erzählung.
Von einem, der auszog, Kontakte zu
knüpfen
Es gab da einen Jungen, der, egal wo er sich
auch aufhielt, Freunde und Bekannte fand. Er knüpfte sich ein
soziales Netz wie ich mir die Nase putze. Blitzschnell und ohne
Kollateralschaden.
Er interessierte sich für das, was man ihm
erzählte und empfing dadurch Inspiration, von seinen eigenen
Erlebnissen zu berichten. Dieser Knabe vermochte es, aus jedem
Furz ein Gespräch zu entwickeln, sagte seine Meinung, wusste
viel, war gebildet.
Mir ging der Kerl größtenteils total auf den
Sack. Ich fragte mich, wie man es schafft, mit allen
klarzukommen, alles zu tolerieren. Wie kann ein Mensch nur so
kommunikativ und offen sein?
Nicht, dass ich das nicht gekonnt hätte, du
erinnerst dich vielleicht an das, was ich 50 Zeilen zuvor
geschrieben habe, jedoch widerte es mich an, bei allem und
jedem Interesse zu zeigen.
Es war ja nicht so, dass diesen Menschen
alles in Extase versetzte, was er erfuhr, aber trotzdem hörte
er zu und versuchte, sich dem Gesagten zu öffnen. Wenn ihn
etwas störte, suchte er das Gespräch, anstatt den Betroffenen
aus seinem Leben zu verbannen.
Er versuchte, alles zu verstehen, jeden zu
kennen und einen guten Eindruck zu hinterlassen, wenn er den
Raum verließ.
Klar, auch er hatte seine Macken, aber er
war sehr selbstbewusst und konnte diese mittels seiner
Persönlichkeit und seinen sozialen Fähigkeiten immer
wettmachen. Er hatte keine wirkliche Zielgruppe, denn seine
Zielgruppe war die Menschheit. Mit ihm konnte sich jeder
unterhalten – vom Penner am Bahnhof über mich bis hin zu einer
Klosterschwester und einem Pornostar. Oder einer
Klosterschwester, die einmal in diversen Pornoproduktionen
mitgewirkt hat. Ich fragte mich stets, wie man sich für so
viele Dinge interessieren kann, wie man so diplomatisch sein
kann. Lauter Fragezeichen, egal wohin ich meinen konsternierten
Blick schwenkte.
Mir widerstrebte diese Art einfach. Ich
konnte es nicht begreifen. Dachte, man müsse so sein wie ich,
wenn man sehr selbstbewusst ist. Aber das stimmte nicht. Dieser
Kerl war mir ebenbürtig, aber total anders als meine
Gewaltigkeit. Ich war Feuer und er Wasser.
Ich wollte provozieren, er die Wogen
glätten. Unerhört sozial eben.
Die Diplomatenpersönlichkeit
Wer viele soziale Kontakte benötigt, aber
nur wenige oder unbefriedigende hat, dessen Seele verwelkt und
geht zu Grunde wie eine verreckende Blume.
Ein Diplomat braucht das soziale
Miteinander, zieht Freude daraus, viele neue Menschen und
Kulturen kennen zu lernen. Er interessiert sich für andere,
ihre Beweggründe und versucht, die Blumen im Garten des
Miteinanders nicht platt zu trampeln. Er hört sich lieber an,
was jemand zu sagen hat, auch wenn es ihn nicht so sehr
interessiert, wobei das keine Relevanz besitzt. Immerhin ist es
ihm wichtiger, gut auszukommen, als einfach für sich selbst zu
sein.
Er zieht große seelische Befriedigung
daraus, sich im Teich des Miteinanders völlig sicher zu
bewegen, sich klar zu artikulieren, sich gut zu präsentieren
und einen guten Eindruck zu erwecken. Es geht ihm auch darum,
wie er von anderen wahrgenommen wird.
Selbst wenn er sehr selbstsicher ist, weiß
er doch um die Vorteile, die es mit sich bringt, gemocht und
anerkannt zu werden. Jeder große Herrscher war auch immer ein
Diplomat. Nicht, dass er immer friedlich war, doch er wusste
ganz genau, wie er die Massen ansprechen und für sich gewinnen
konnte. Jeder Herrscher muss den Spagat zwischen eigenen
Wünschen und Zielen und der Zufriedenheit seiner Anhänger
meistern.
Ein Diplomat, wenn er selbstbewusst genug
und willens ist, kann es in der Gesellschaft extrem weit
bringen. Er ist dazu gemacht, sich im gesellschaftlichen System
zu behaupten, die richtigen Kontakte zu knüpfen und den Gewinn
daraus zu ziehen.
Für ihn ist es auch sehr wichtig, was seine
Handlungen über ihn aussagen. Er sieht einen Streit und begibt
sich in die Position des Vermittlers. Selbst wenn es ihn gar
nichts angeht. Selbst wenn ihn die Leute gar nicht
interessieren. Wenn er es schafft, die Lage zu entschärfen,
wird er gezeigt haben, wozu er fähig ist.
Vielleicht bringt es ihm eines Tages
etwas.
Wenn er einen Menschen nicht leiden kann,
gibt er sich oft trotzdem mit ihm ab, weil diverse Vorteile
daraus entspringen (könnten). Vielleicht handelt es sich um
einen Türsteher, einen mit Kohle oder jemanden, dessen
Wochenendhaus man benutzen kann.
Ein Diplomat versteht die menschliche
Psychologie und bedient sich ihrer als Werkzeug. Er findet
schnell heraus, was andere wollen und wie er dieses Bedürfnis
stillen kann.
Er zeichnet sich durch eine unglaubliche
Cleverness aus, wenn es darum geht, einen Vorteil für sich
selbst herauszuholen. Ganz egal, ob es sich um Dates mit heißen
Frauen, Gehaltserhöhungen, Beliebtheit oder sonst etwas
handelt.
Grob ausgedrückt hört sich ein Diplomat 3
Stunden das zickige Gelaber einer arroganten Frau an und spielt
dabei sein (psychologisches) Wissen und seine sozialen
Fähigkeiten aus, um sie schlussendlich ins Bett zu bekommen.
Für ihn ist es im Nachhinein nur wichtig, durch seine
Cleverness zum Ziel gelangt zu sein. Für ihn ist der Rest
irrelevant. Es hat schließlich geklappt und wird noch dutzende
Male funktionieren.
Ein Hoch auf AIDA, eines seiner effektivsten
Werkzeuge!
(Siehe "Die 9 Fundamente
sozialer Dominanz")
Der Einzelgänger
Der Einzelgänger aus Überzeugung beschäftigt
sich nur mit den Dingen, die ihn wirklich interessieren. Er
sagt, was er denkt und sein wichtigstes Gut sind persönliche
Freiheit und seine Individualität. Alles andere stellt er
hinten an.
Er gibt sich nicht mit Begrenzungen und
Normen ab, sondern lebt sein Leben ganz einfach so, wie es ihm
gefällt. Er benimmt sich bisweilen wie die Axt im Walde, denn
es ist ihm sehr egal, was andere von ihm oder seinen Handlungen
denken und wen er damit vor den Kopf stößt.
Wenn er Lust hat, singt er lauthals in der
Fußgängerzone und stört sich nicht am Prädikat „verrückt“, das
ihm andere aufdrücken. Natürlich hat er Freunde und enge
Kontakte, aber er verfügt über eine Fähigkeit, die nicht vielen
Menschen eigen ist: Er kann alleine sein, ohne sich einsam zu
fühlen. Und von dieser Eigenschaft macht er oft Gebrauch, denn
er zieht keine Gesellschaft unangenehmer Gesellschaft vor.
Er ist nicht der Typ, der überall sofort
Freunde findet, doch wenn er das tut, dann erwachsen daraus
meist intensive und tiefe Freundschaften. Das Oberflächliche
interessiert ihn nicht. Für ihn zählen soziale Kontakte mit
Substanz.
Er schätzt seine Ruhe und seinen Frieden.
Für ihn zählt der soziale Status nichts oder wenig, ganz im
Gegenteil zum Diplomaten, für welchen die gesellschaftliche
Anerkennung ein wesentlicher Faktor zur Verwirklichung der
eigenen Ziele ist.
Der Einzelgänger ist aufgrund seiner Natur
nicht der Typ, der reihenweise Frauen flachlegt und als Herz
inmitten jeder Party pulsiert. Er ist einfach er selbst. Für
ihn zählt das Sein mehr als der Schein.
Er ist leidenschaftlich und enthusiastisch, wenn ihn etwas oder
jemand interessiert – ist das nicht der Fall, entfesselt er die
mächtige Waffe der Nichtbeachtung.
Er sucht keinen Streit, sein Protest ist oft
unauffällig, weil er einfach weggeht, wo es ihm nicht
gefällt.
Für ihn zählt die Entfaltung der eigenen
Individualität mehr als die Anerkennung des Umfeldes. Je mehr
ein Mensch auf seinen Ecken und Kanten und auf seinem eigenen
Weg beharrt, desto kleiner wird seine Zielgruppe. Er opfert
also den Besitz eines riesigen sozialen Umfeldes zu Gunsten der
Selbstentfaltung , um keine Kompromisse eingehen zu müssen, die
ihm tief im Inneren widerstreben.
Um das Beispiel mit der zickigen Frau
aufzugreifen: Er ergreift lieber nach einer Minute die Flucht,
anstatt sich noch 2 Stunden und 59 Minuten zu langweilen. So
viel ist ihm der Sex mit der langweiligen Dame nicht wert.
Dafür schätzt er sich selbst und seinen Frieden viel zu
sehr.
(Mehr dazu siehe
"Unantastbar, stark und erhaben - Der Weg des
Einzelgängers")
Fazit
Wenn man den Einzelgänger auf einer Skala
von 1 bis 10 bei 1 einordnet und den Diplomaten bei 10, dann
ist dazwischen sehr viel Spielraum.
In jedem Menschen vereinen sich Merkmale
beider Charaktere und doch liegt auf irgend einer Seite der
Schwerpunkt. Dafür muss man sich selbst aber kennen lernen und
seine Motive hinterfragen. Selbst ich bin ab und an
gezwungen, AIDA zu verwenden. Auch wenn es mir widerstrebt -
den Nutzen kann man nicht von der Hand weisen.
In einer Welt, in welcher es im Grunde nur
darum geht, wer am lautesten schreit, ist es nicht immer
leicht, den eigenen Weg zu finden.
Am Ende zählt jedoch nur, was dir
gefällt. Spiel nach deinen Regeln zu deinen
Bedingungen!
Bei der Herausforderung seinen
eigenen Weg zu finden und sich selbst zu erkennen liegen einem
viele Steine im Weg. Vor allem Selbstzweifel und Angst
versperren den Weg. Wenn Sie sich mehr trauen wollen, wenn Sie
das starke Selbstvertrauen erwecken wollen, was tief in Ihnen
schlummert, dann empfehle ich Ihnen mein Buch zu diesem Thema, bzw.
meine
Hypnose MP3.
Copyright: Text: Alexander
Heinz, Tobias Weddinger
Foto:
flickr.com/photos/deanaia |
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